Irreführung auf dem Weinmarkt

Es ist für uns unvorstellbar, dass unsere Trauben künstlich gefroren würden. Leider verkaufen einige Produzenten auf dem Markt preislich günstigen Eiswein, der eigentlich nicht als solcher deklariert werden darf. Dies verunsichert den Konsumenten, weil er nicht versteht, warum Eiswein gleichzeitig billig und relativ teuer angeboten wird. Diese Produzenten missbrauchen den Ausdruck Eiswein und gefrieren die Trauben im Tiefkühler. Wir sind überzeugt, dass die Komplexität und Einmaligkeit dieses edlen Erzeugnisses nur «natürlich» geschehen darf.

Im Jahr 2004 hat sich die EU durch eine Gesetzgebung Klarheit geschaffen. Ab der Ernte 2004 kann Eiswein nur noch auf natürliche Art, d.h am Rebstock, produziert werden. Künstliche Kälte wie Cryoextraktion und anderes mehr sind unter der Bezeichnung «Eiswein» nicht mehr erlaubt. Die Trauben müssen bei mindestens minus 7 º Celsius in gefrorenem Zustand abgepresst werden.

Wir glauben, dass es unsere Aufgabe ist, an dieser über 200 jährigen Tradition festzuhalten. Die grosse Herausforderung besteht darin, durch die Launenhaftigkeit der zufälligen Winterkälte eine individuelle Aromenkomplexität zu schaffen. Die Harmonie zwischen des nicht vergorenen Restzuckers und Säure entscheiden über die Qualität einer solchen Rarität. Zumal der Wein lange haltbar ist. Nicht umsonst wird dem Eiswein nachgesagt, er sei die «Königin der Süssweine».

Wine is bottled poetry. Wie Recht hatte doch der grosse Schriftsteller Robert Louis Stevenson!

Caroline & Balthasar Meier
Daniel Fehlmann

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